Aus: Wladimir Megre "Energie des Lebens"

übersetzt von

...Folgendes nun von Energie des menschlichen Gedankens erzählte Anastasias Großväterchen:

EHEFRAU - GÖTTIN

- Ja, Wladimir, der Gedanke des Menschen verfügt über unübertroffene Energie. Viele Werke dieser Energie halten Leute für Zauberei, schreiben sie den Wundern zu, die in ihren Vorstellungen von Höheren Kräften geschaffen werden. Es gibt, zum Beispiel, Wunder wirkende Ikonen. Warum nun sind sie plötzlich wundertätig geworden? Warum wurde plötzlich ein Stück des Holzbrettes mit aufgetragener darauf von einer menschlichen Hand Darstellung wundertätig? Es passiert dann, wann ein Mensch, der eine Ikone schreibt, in sie genügende Menge seiner psychischen Energie hineinlegt. Dann jene, wer schauen wird, fügen ihre eigene hinzu. Es gibt ein solcher Begriff: „Angebetene Ikone“, mit anderen Worten kann man sagen: „Eine Ikone, in die viel Energie von menschlichen Gedanken hineingelegt worden ist.“ Früher wussten jene, die Ikonen malten, von der Eigenschaft der großen Energie. Bevor man an die Arbeit ging, fasteten die Meister, den eigenen Organismus vom nicht Notwendigen reinigend, und so verstärkten sie den eigenen Gedanken. Dann traten sie in einen Zustand der Entrückung ein, ihre Energie auf eine Tat konzentrierend - das Schaffen der Ikone. Als die völlig fertig war, betrachteten sie lange das Geschaffene. Da ergaben sich nun manchmal Wunder. Manchmal sehen Leute ungewöhnliche Erscheinungen, verschiedene Engel. Bemerke aber, immer sehen Leute nur diejenigen, an die sie denken. Immer sehen sie nur deren Bilder, an die sie glauben. Christen, zum Beispiel, können nur ihre Heiligen erblicken. Moslems wiederum nur ihre eigenen Heiligen. Das ist deshalb, weil sie die Projektion eines eigenen oder kollektiven Gedankens sehen. Noch vor anderthalb Tausend Jahren existierten Menschen, welche die Eigenschaft und die Kraft der Energie des menschlichen Gedankens verstanden, davon erzählen auch Sprüche. Willst du, daß ich dir einen erzähle?

- Ja.

- Ich übersetze ihn aus der alten Sprache in die gegenwärtige, und die Gegenstände, die darin früher vorkamen, ersetze ich durch gegenwärtige, so daß das Wesen verständlicher ist. Sag mir nur, was macht heute am ehesten ein Mann, der schon mehrere Jahre mit einer Frau verheiratet ist? Was tut er, wenn er nach Hause kommt?

- Na viele, wenn sie nicht trinken, setzen sich vor den Fernseher, lesen eine Zeitung, sehen fern. Müll können sie hinaustragen, wenn die Ehefrau sie darum bittet.

- Und die Frauen?

- Ja die Frauen, es ist klar - bereiten in der Küche das Abendessen vor, dann waschen sie das Geschirr ab.

- Klar. Es wird leicht sein, den alten Spruch in die moderne Art zu übertragen. * * *

Es lebten in der Welt ein gewöhnlicher Ehemann und eine Ehefrau. Die Ehefrau hieß Jelena, der Ehemann wurde Iwan genannt.

Der Ehemann kehrte von der Arbeit nach Hause zurück, setzte sich auf den Sessel vor den Fernseher, las eine Zeitung. Seine Ehefrau, Jelena, bereitete das Abendessen vor. Sie reichte dem Ehemann das Essen und brummte, dass er im Hause nichts Gescheites mache, wenig Geld verdiene... Den Iwan reizte das Brummen der Ehefrau. Mit Grobheit antwortete er ihr jedoch nicht, sondern dachte nur vor sich hin: „Selbst eine schlampige Dirne, und weist mich auch noch zurecht. Als ich heiratete, war sie ganz anders - schön, lieb.“

Eines Tages, als die brummende Frau forderte, dass Iwan den Müll hinaustrage, und er sich vom Fernseher mit Unlust losriss, ging er auf den Hof. Als er zurückkehrte, blieb er an der Haustür stehen und wandte sich in Gedanken an Gott:

- Mein Gott, mein Gott! Ein ungefüges Leben stellte sich bei mir ein. Muss ich wirklich mit dieser brummenden und häßlichen Frau mein ganzes Leben verbringen? Das ist doch kein Leben, sondern eine einzige Quälerei.

Und plötzlich hörte Iwan die leise Stimme Gottes:

- Deinem Elend, mein Sohn, könnte Ich abhelfen: Eine wunderschöne Göttin könnte dir zu Frau geben, doch wenn die Nachbarn die plötzlichen Veränderungen in deinem Schicksal sehen, geraten sie in große Verwunderung. Lass uns so vorgehen: Ich werde deine Ehefrau allmählich verändern, ihr den Geist einer Göttin einflößen und das Äußere verbessern. Doch gedenke, wenn du mit einer Göttin leben willst, sollte auch dein Leben einer Göttin würdig werden.

- Danke, Gott. Jeder Kerl kann sein eigenes Leben einer Göttin zuliebe verändern. Sag mir nur: Wann beginnst Du mit den Änderungen an meiner Frau?

- Ein wenig ändere Ich sie sogleich. Und mit jeder Minute werde ich sie zum besten verändern.

Iwan ging in sein Haus hinein, setzte sich auf den Sessel, nahm eine Zeitung und schaltete von neuem den Fernseher ein. Nur las er nicht, es schaute sich die Filme gar nicht an. Ihn drängte es sie anzublicken - ändert sich nun wenigstens ein bisschen an seiner Ehefrau?

Er stand auf, öffnete die Tür in die Küche, stützte sich gegen den Türrahmen und fing nun an, seine Frau genau zu betrachten. Sie stand mit dem Rücken zu ihm, spülte das Geschirr ab, das nach dem Essen blieb.

Jelena fühlte plötzlich seinen Blick und drehte sich zur Tür um. Ihre Blicke trafen sich. Iwan betrachtete seine Frau und dachte: „Nein, es geschehen keine Veränderungen mit meiner Frau.“

Jelena, die die ungewöhnliche Betrachtung des Ehemannes wahrgenommen hatte und es nicht begriff, legte plötzlich die Haare zurecht, Röte blitzte über ihre Wangen auf, als sie fragte:

- Was schaust du mich, Iwan, so aufmerksam an?

Der Mann hatte sich nichts zurückgelegt, was er sagen sollte, wurde selbst verlegen, sprach auf einmal aus:

- Soll ich dir helfen, vielleicht, das Geschirr abzutrocknen? Dachte ich irgendwie...

- Geschirr? Mir helfen? - fragte leise die verwunderte Frau zurück, nahm die beschmutzte Schürze ab, - ich habe es schon gespült.

„Nein, so was, wie sie sich vor Augen ändert, - dachte Iwan, - sie ist plötzlich hübscher geworden.“

Und er begann das Geschirr abzutrocknen.

Am nächsten Tag nach der Arbeit eilte Iwan mit Ungeduld nach Hause. Ach, er hielt es nicht aus, wie man nach und nach seine brummende Ehefrau in eine Göttin verwandeln würde.

„Und was, wenn in ihr schon viel von einer Göttin ist? Und ich habe mich nach wie vor gar nicht verändert. Auf alle Fälle kaufe ich mal Blumen, um mich vor der Göttin nicht zu blamieren.“

Es öffnete sich die Tür im Hause, und der verzauberte Iwan wurde ratlos. Jelena stand vor ihm in Ausgehkleid, eben dem, das er vor einem Jahr gekauft hatte. Eine akkurate Frisur und in den Haaren ein Band. Verwirrt und ungeschickt reichte er ihr die Blumen, ohne den Blick von Jelena abzuwenden.

Sie nahm die Blumen und rief leise "Ach", die Wimpern senkend, und errötete.

„Ach, wie wunderschön sind die Wimpern bei den Göttinen! Wie sanftmütig ist ihr Charakter! Wie ungewöhnlich ist die innere Schönheit und das Äußere!“

Auch Iwan rief seinerseits "Ach", als er den Tisch mit Besteck, das von dem Service, erblickte, und zwei Kerzen brannten auf dem Tisch, und zwei Weingläser, und das Essen riss ihn mit seinem göttlichen Geruch einfach nur hin.

Als er sich an den Tisch setzte, setzte sich auch Jelena gegenüber, doch plötzlich sprang sie auf und sprach:

- Verzeihe, ich hab für dich den Fernseher vergessen einzuschalten, und da habe ich für dich die neuen Zeitungen erworben.

- Ich brauche den Fernseher nicht, die Zeitungen möchte ich auch nicht lesen, immer steht das Gleiche drin, - antwortete Iwan aufrichtig, - erzähle lieber - wie möchtest du den Samstag, den morgigen Tag verbringen?

Völlig verblüfft, fragte Jelena zurück:

- Und du?

- Da kaufte ich für uns zufällig zwei Theaterkarten. Am Tage aber, vielleicht, willigst du in einigen Läden vorbeizuschauen. Wenn wir schon ins Theater gehen, so müssen wir zuerst in den Laden gehen und ein würdiges Kleid fürs Theater für dich kaufen.

Fast verplapperte sich Iwan mit den innigsten Worten: „Ein Kleid, das einer Göttin würdig ist“, wurde verlegen, blickte auf sie und rief wieder "Ach". Vor ihm am Tisch saß eine Göttin. Ihr Gesicht strahlte Glück aus, und die Augen glänzten. Ihr verborgenes Lächeln war ein bisschen fragend.

„O Gott, wie wunderschön sind doch die Göttinnen! Und wenn sie mit jedem Tag hübscher wird, bringe ich es nun fertig, einer Göttin würdig zu sein? - dachte Iwan, und plötzlich, wie ein Blitz durchbohrte ihn der Gedanke: Ich muss es schaffen! Schaffen, solange die Göttin daneben ist. Ich muss sie bitten und anflehen, ein Kind von mir zu gebären. Das Kind wird von mir und von der schönsten Göttin sein.“

- Worüber denkst du, Iwan, oder sehe ich eine Aufregung auf deinem Gesicht? - fragte Jelena den Mann.

Und er saß aufgeregt, unwissend, wie er von dem Innigsten erzählen sollte. Es ist doch kein Spaß - eine Göttin um ein Kind bitten?! So ein Geschenk versprach ihm Gott nicht. Iwan wusste nicht, wie er von seinem Wunsch sprechen konnte, und stand auf, an der Tischdecke zupfend, und sagte, rot werdend:

- Ich weiß nicht... ob ich es darf... doch ich... wollte sagen... schon lange... Ja, ich will ein Kind von dir, wunderschöne Göttin.

Sie, Jelena, kam zum Iwan-Ehemann heran. Von Augen, überfüllt mit Liebe, rollte eine glückliche Träne über die hellrote Wange. Und sie legte auf Iwans Schulter ihre Hand, hauchte durch den heißen Atem.

Ach, war das eine Nacht! Ach, dieser Morgen! Dieser Tag! Oh, wie schön ist das Leben mit einer Göttin!“ - dachte Iwan, als er den zweiten Enkel zu einem Spaziergang anzog. * * *

- Was hast du, Wladimir, aus diesem Spruch verstanden?

- Alles verstanden. Gott half dem Iwan nicht. Es kam ihm bloß die Stimme Gottes vor. Iwan hat durch seinen Gedanken aus seiner Ehefrau eine Göttin gemacht.

- Natürlich, stimmt das: Durch seinen eigenen Gedanken schuf Iwan sein Glück. Er machte seine Ehefrau zur Göttin und änderte sich selbst. Gott half jedoch dem Iwan.

- Wie?

- Noch damals, als Gott jedem alles gegeben hatte, als er sich das Schaffen des Menschen vorgenommen hatte. Besinne dich an Gottes Worte aus der „Schöpfung“ : „Mein Sohn, du bist unendlich, ewig bist du. In dir sind deine schöpferische Träume.“

Diese Worte, Wladimir, stimmen auch heute noch. In jedem Menschen gibt es schöpferische Träume. Die Frage ist nur - worauf sind sie gerichtet? Und wie stark ist der Gedanke und die Energie in Seinen heute auf Erde lebenden Söhnen und Töchtern?

UND WOMIT BESCHÄFTIGT SICH JETZT IHR GEDANKE ?

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